Von Leitbildern, Kreisen und Fahrrädern

Über 20 Personen konnte der Vorsitzende der CDU Gahlen, Wilhelm Hemmert-Pottmann, in der Gaststätte "Zur Mühle" in Gahlen begrüßen. Hauptredner des Abends war der designierte CDU-Bürgermeisterkandidat Mike Rexforth, welcher zur letzten Mitgliederversammlung verhindert war und sich darum vor der offiziellen Aufstellungsversammlung am 05.12.2013 noch den Fragen, Ideen und Anregungen der Mitglieder und interessierter Bürgerinnen und Bürger stellen wollte, denn die Versammlung war auch für Bürger offen.
 
Im Verlauf seines Vortrages spannte er den Bogen von der Finanzpolitik ("Der Weg der Entschuldung ist hart, aber richtig.") über die Wirtschaftswege ("Wir werden in Zukunft genau schauen müssen, welcher Weg wie saniert werden muss. Es muss bedarfsgerecht gebaut werden.") hin zu dem gemeinsamen Leben in Schermbeck ("Alle Generationen müssen sich hier wohlfühlen. Ob in Schermbeck, Rüste, Üfte, Bricht, Damm oder Gahlen.").
 
" Wichtig ist, dass wir auch junge Familien stärken. Sie zahlen Steuern und tragen damit dazu bei, dass die Gemeinde die nötigen Finanzen hat." stellte Rexforth dar.
 
Im Anschluss gab es zahlreiche Fragen von Seiten der Anwesenden. Das Thema Sauberkeit wurde gleich mehrmals thematisiert, ob auf der Haus-Gahlen-Straße die nach Meinung einiger Anwohner dringend sanierungsbedürftig ist (Rexforth: "Das sehen wir uns an und dann müssen wir sehen, was wir tun können.") oder aber an einige Straßen, wo das Grün nicht nur aus dem Rinnstein wuchert, sondern sich auch von verwilderten Gründstücken auf die Gehsteige ausbreitet. Hier versprach Mike Rexforth sich um die geschilderten Dinge zu kümmern und konnte berichten, dass die Straßenreinigung ab 2014 wieder nach altem Muster laufen würde udn damit auch das Grün aus den Rinnsteinen verschwindet.
 
Das für Schermbeck zuständige CDU-Kreistagsmitglied Christian Hötting berichtete aus den vergangenen vier Jahren seiner Arbeit im Kreistag. Schwerpunkte sind hier die Bereiche Jugendhilfe, Soziales und Kreisentwicklung gewesen.
Besonders hob er den Ausbau der U3-Betreuung hervor. Hier habe sich der Kreis Wesel hervorgetan. Die Gemeinde Schermbeck sei die erste Kommune gewesen, welche das Ausbauziel von 35% Abdeckung im U3-Ausbau erreicht hätte. Besonders hob er das Engagement der Träger der Kindergärten hervor.
Mit Gahlen sei der letzte Fleck bei der Förderung der Jugendarbeit in Schermbeck geschlossen worden. Auf Antrag der CDU wird die Jugendarbeit der ev. Kirchengemeinde Gahlen 2013 und 2014 mit insgesamt 11.400,- € gefördert. Danach werde es einen neuen Jugendförderplan geben.
"Gahlen muss natürlich wieder rein!" so Hötting.
Anhand mehrerer Beispiele zeigte er auf, dass der Bereich Sozialleistungen der größte und unberechenbarste Brocken im Kreishaushalt ist. Als Ratsmitglied hat er natürlich Verständnis für die Klagen der Kommunen aufgrund der hohen Kreisumlage. "Da müssen wir ran, aber ich sage gleich - hier werden wir dickste Bretter bohen müssen. Ich bin aber gerne dabei."
Abschließend gab es noch ein paar Worte zur Strukturförderung. "Die Entscheidung zur Gründung der Hafengesellschaft DeltaPort war goldrichtig. Die Logistik-Branche expandiert und wir müssen uns hier geeint und stark aufstellen. Besser mit einer starken Gesellschaft, als mit drei kleinen Häfen und jeder für sich."
 
"Für uns gab es eine vorgezogene Weihnachtsbescherung!" stellte Antonius Jansen fest, der sich seit vielen Jahren in Bürgerinitiative zum Bau eines Radweges von Kirchhellen nach Gahlen engagiert und auch für die CDU das Thema vertrat.
Zwanzig Jahre und länger kämpfe man mit Zuständigkeiten und Behörden um die Verwirklichung. Da Kirchhellen zu Westfalen und Gahlen planungsrechtlich zum Rheinland gehört, waren sowohl der RVR, als auch die Bezirkregierung Münster und zwei verschiedene Stellen bei Straßen NRW für Planung, Genehmigung und Bau zuständig. Ständig gab es wechselnde Einstufungen der Wichtigkeit. Stand der Kirchhellener Teil des Radweges auf Platz vier des Ausbauplans, stand der Gahlener Teil auf Platz 24. Dazu gab es noch Probleme mit Grundstücken.
 
Augenscheinlich nun Schnee von gestern. Auf Antrag der CDU-Fraktion im RVR, der von den Weseler Vertretern der CDU Udo Bovenkerk und Heinz-Peter Kamps vorbereitet wurde, beschloss der Planungsausschuss des RVR aus Sicht der betroffenen Bürger revolutionäres.
 
Das Vorhaben wird nunmehr als ein Vorhaben mit einer Zuständigkeit behandelt, es wird auf Platz eins der Prioritätenliste gesetzt, die Baukosten übernimmt das Land und die planung die Stadt Bottrop.
 
"Wir waren einfach sprachlos. Dass der Beschluss dann auch noch einstimmig fiel hat uns besonders gefreut. Einfach so, als hätte es die zwanzig Jahre hin und her nie gegeben." meinte Antonius Jansen, welcher dann von den Anwesenden mit viel Applaus für sein unermüdliches Engagement bedacht wurde.